Umgang mit dem Tod

Bewegende Gedanken eines Alltagshelfers

In unserem Beruf als Alltagshelfer* unterstützen wir unsere Kunden auf einem fortge­schrittenen Lebensabschnitt, der auch den Tod mit einschließen kann. Schon bald hat dies in meinem Beruf die Frage bei mir aufgeworfen, wie ich damit umgehe, wenn sich deren gesund­heitliche Lage deutlich verschlechtert oder ein Kunde verstirbt. Welche Art von Unterstützung brauche ich selbst dabei? Wie kann ich gewährleis­ten, emotional stabil zu bleiben? Genauso wichtig ist jedoch für mich die Frage, was ich mei­nen Kunden in diesen entscheidenden Momenten geben kann und wie ich den Angehörigen und anderen Kontaktpersonen gegenüber reagiere, wenn die Sterbephase oder gar der Tod eintritt.

miCura ist für mich eine starke Stütze

Wichtig für mich war in allen Fällen der starke Rückhalt meiner Familie, aber genauso der meiner Kollegen und meines Vorgesetzten. Letzteres ist bei miCura selbstverständlich. Das Unternehmen bereitet uns als Alltagshelfer und Pfleger bestmöglich auf eine solche Situ­ation vor. Darüber hinaus wird uns die Möglichkeit zum Austausch geboten. Ich habe in allen bisherigen Fällen sehr engen menschlichen Beistand im Kollegenkreis erfahren.

Im Umgang mit Angehörigen ist es aus meiner Erfahrung ganz entscheidend, ihnen vor allem in kritischen Phasen mit Offenheit und Ehrlichkeit, aber auch mit großem Einfühlungsvermö­gen zu begegnen. Auch wenn der Tod nicht ganz unvorbereitet kommt, ist er doch immer ein großer emotionaler Einschnitt, der ganz besonderes Fingerspitzengefühl erfordert. Dazu gehört unbedingt auch, die Trauer der Angehörigen zuzulassen und die Situation durch menschliche Anteilnahme für sie zu erleichtern.

An der Beerdigung teilzunehmen gehört für mich dazu

Es hat sich übrigens auch gezeigt, dass Angehörige es durchaus als große Stütze empfinden, wenn wir als Betreuungs- oder Pflegekräfte auch bei der Beerdigung anwesend sind. Gerade in länger währenden Betreuungsverhältnissen können wir bei der Trauerfeier noch einmal eine Hilfe für die Verbliebenen sein. Im Betreuungsverhältnis waren wir für sie oft Ansprech­partner, wodurch sich in der Regel auch eine Beziehung zur Familie des Angehörigen ent­wickelt hat. Mir selbst ist es persönlich sehr wichtig, an den Beerdigungen teilzunehmen, da ich diese Betreuungsverhältnisse besser abschließen und damit auch mit der gesamten Situ­ation besser umgehen kann. Die Beerdigung wird von Angehörigen oft auch genutzt, um sich nochmal bei uns zu bedan­ken und die Wertschätzung unserer Arbeit gegenüber auszudrücken.

Was bleibt?

Was also bleibt, ist ein freundliches, warmherziges Gefühl. Das macht meine Arbeit für mich so sinnvoll.

Lennart Harutunian

 

 

*Aus Gründen der Lesbarkeit wurde im Text nur die männliche Form verwendet.