1 Haltung, 100 Aufgaben: Pflegeleitung bei miCura Bremen
Nachgefragt bei Katharina Adamczyk – Pflegeleitung beim ambulanten Pflegedienst miCura Bremen. Ein Gespräch über Leidenschaft in der ambulanten Pflege, das Glück guter Führung – und darüber, warum Pflege keine Einbahnstraße ist.
Von Ines Erfurth
| 9. Juli 2025

Ein Büro, ein Laptop, eine Kollegin – und ein Hund. „Das ist Luna“, sagt Katharina Adamczyk mit einem Schmunzeln. „Unser inoffizieller Bürohund. Sie ist 15 Wochen alt (zum Zeitpunkt des Interviews) und gehört zu mir – oder inzwischen vielleicht eher zum Team.“ Katharina ist seit fast 15 Jahren bei miCura. Genauer: Pflegeleitung bei miCura Bremen, einem erfahrenen Pflegedienst für ambulante Pflege in Bremen (mehr zum Pflegedienst). Und obwohl sie vieles leitet und organisiert, ist sie alles andere als abgehoben: „Ich komme aus der Praxis. Ich weiß, was Pflege heißt. Nicht nur auf dem Papier.“
Vom Krankenhaus auf die Straße: Ambulante Pflege in Bremen, aber anders
Katharinas Karriere begann im Krankenhaus. Sie arbeitete auf der Intensivstation, direkt nach ihrer Ausbildung. „Das war eine sehr prägende Zeit – gute Teams, aber enormer Druck. Ich hatte Albträume. Ich wusste schnell: Das ist nicht mein Arbeitsfeld.“ Die Lösung fand sie draußen – buchstäblich. In der häuslichen, ambulanten Pflege. „Ich mag Stress“, sagt sie, „aber den anderen. Den menschlichen, lebbaren Stress, bei dem man mit einem ruhigen Gewissen nach Hause gehen kann.“ Das ambulante Arbeiten hat sie geprägt. Und ihre Loyalität zu miCura kommt nicht von ungefähr: „Ich habe von Anfang an das Gefühl gehabt, mitgestalten zu dürfen. Trotz der Strukturen – oder vielleicht gerade deswegen. Hier kann ich mich einbringen.“
Verantwortung zeigen in der ambulanten Pflege – nicht nur verwalten
Katharina ist nicht nur Fachkraft, sondern auch Führungskraft. Eine, die zuhört – und die sich erinnert. An ihren Mentor damals: „Versorge Menschen so, wie du selbst versorgt werden möchtest. Geh erst aus dem Zimmer, wenn du mit ruhigem Gewissen gehen kannst.“ Diese Haltung versucht sie weiterzugeben. In ihrem Team, in der täglichen Arbeit. Und in der Art, wie sie über Pflege spricht: klar, reflektiert, ehrlich. „Pflege wird oft klein gemacht. Dabei ist sie so viel mehr. Es geht nicht nur um Waschlappen und Tabletten. Es geht um Nähe, Struktur, Sicherheit – und Würde.“
Natürlich ist auch bei Katharina die Frage nach dem Pflegenotstand präsent. Die Entwicklungen der letzten Jahre, neue Gesetzeslagen, gestiegene Bürokratie – all das bleibt nicht ohne Folgen. „Was ich mir wünsche? Mehr Mut für neue Wege. Pilotprojekte, die wirklich ausprobiert und dann auch umgesetzt werden. Und vor allem: mehr Präsenz für Pflege in der Gesellschaft.“ Was sie sich für den Beruf wünscht, ist dabei erstaunlich konkret: „Pflege sollte frühzeitig erfahrbar sein. Nicht erst in der Not. Praktika, Zivildienst, Hospitationen – wir müssen junge Menschen ranlassen. Und das mit einer Haltung, die nicht abschreckt.“
Pflege bei miCura Bremen: Mehr als ein Beruf – eine Haltung
Am Ende des Gesprächs wirkt Katharina fast ein wenig überrascht. Vielleicht, weil das Interview mehr war als eine Routine-Frage-und-Antwort-Runde. Sondern ein Spiegel dessen, was sie lebt: dass Pflege mehr ist als Versorgung. Dass gute Führung auch bedeutet, zuzuhören. Und dass ein Bürohund manchmal mehr ausdrückt als Worte – weil Pflege immer auch eine Frage der Atmosphäre ist.
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