Mobilität im Alter: Ein Parallel-Tandem für mehr Teilhabe im Alter
Mobilität im Alter – das ist mehr als Fortbewegung. Es ist ein Stück Freiheit, ein Zugang zur Welt. Für das Ehepaar Blumentrath aus der DKV-Residenz Münster ist ihr Spezialfahrrad zum Sinnbild genau dieser Freiheit geworden.
Von Ines Erfurth
| 25. Juni 2025

Mobilität im Alter – das ist mehr als Fortbewegung. Es ist ein Stück Freiheit, ein Zugang zur Welt. Für das Ehepaar Blumentrath aus der DKV-Residenz Münster ist ihr Spezialfahrrad zum Sinnbild genau dieser Freiheit geworden.
Fast täglich drehen die beiden eine Runde um die Promenade, Münsters beliebten Grüngürtel rund um die Altstadt. „So etwas gibt es nirgendwo sonst in Deutschland“, schwärmt Herr Blumentrath. „Gut gepflegt, barrierearm, voller Leben – einfach ideal.“ Für ihn und seine Frau bedeutet das Fahrrad vor allem eines: rauskommen, dazugehören, erleben.
Parallel-Tandem statt Rückzug: neue Wege für mehr Lebensqualität
Das sogenannte Parallel-Tandem ist ein Spezialfahrrad für zwei Personen, bei dem beide nebeneinandersitzen. Eine Person übernimmt die Steuerung, die andere kann mittreten oder einfach mitfahren. „Meine Frau konnte irgendwann nicht mehr selbst Rad fahren“, erzählt Herr Blumentrath. „Aber das hieß nicht, dass sie zu Hause bleiben musste.“
Dank elektrischer Unterstützung und sicherer Konstruktion ist das Fahrrad auch bei eingeschränkter Mobilität gut nutzbar. Für das Paar bedeutet es neue Bewegungsfreiheit – und eine Form von Teilhabe, die ganz alltäglich wirkt. „Wir fahren manchmal nur eine halbe Stunde“, sagt Herr Blumentrath. „Aber wir fahren. Das macht den Unterschied.“
Ein Fahrzeug, das verbindet – auch mit anderen
Wer das Tandem sieht, bleibt oft stehen. Kinder zeigen neugierig, andere Senioren fragen nach dem Modell. „Es kommt fast jeden Tag jemand ins Gespräch mit uns“, berichtet das Ehepaar. Einmal lieh sogar ein Mitarbeiter der Residenz das Fahrrad für eine von ihm betreute Frau – mit Erfolg und viel Freude.
„Es ist ein Kommunikationsmittel“, erklärt Herr Blumentrath. „Man sitzt nebeneinander, spricht miteinander, ist offen für Begegnung.“ Für viele ältere Menschen, die sonst im Alltag eher übersehen werden, bedeutet das: wieder sichtbar sein. Nicht als Pflegebedürftige – sondern als aktive Menschen mit Interessen, Geschichten, Bewegungsdrang.
Die Blumentraths waren früher oft unterwegs – ob in den Alpen, am Bodensee oder quer durch Deutschland. Sie erinnern sich an Fahrradtouren mit 30 oder 40 Kilometern, an Kulturerlebnisse und spontane Abstecher. Heute sind die Wege kürzer, aber nicht weniger wertvoll. „Es geht nicht um Rekorde“, sagt Herr Blumentrath. „Sondern darum, draußen zu sein. In Bewegung zu bleiben – auch als Paar.“
Gemeinschaft leben, Teilhabe ermöglichen
In der DKV-Residenz hat das Fahrrad längst für Gesprächsstoff gesorgt. Es wird bewundert, ausprobiert, zum Thema. „Manche überlegen, selbst eins anzuschaffen. Andere freuen sich einfach, dass wir so aktiv sind.“ Für Herr Blumentrath ist das gelebte Inklusion: „Solche Fahrräder gehören in jede Einrichtung“, meint er. „Sie schaffen nicht nur Bewegung, sondern Verbindung.“
Er ist überzeugt: Wer Mobilität im Alter ermöglicht, schafft Teilhabe. Und wer Teilhabe ermöglicht, stärkt Gemeinschaft.
Fazit: Mehr als Mobilität – ein Aufruf zur Teilhabe
Das Fahrrad neu zu denken – auch und gerade im Alter – bedeutet, es nicht nur als sportliches Accessoire zu sehen, sondern als Zugang zu Freiheit, Nähe und Lebensfreude. Für das Ehepaar Blumentrath ist ihr Spezialfahrrad ein Schlüssel zu alledem.
Denn Mobilität kennt kein Alter. Sie kennt nur Möglichkeiten – wenn man sie schafft.
Info: Was ist ein Parallel-Tandem?
Ein Parallel-Tandem ist ein dreirädriges Spezialfahrrad, auf dem zwei Personen nebeneinandersitzen. Eine Person lenkt, beide können mittreten. Die Modelle sind stabil, oft elektrisch unterstützt und besonders für Menschen mit körperlichen Einschränkungen geeignet. Sie eignen sich für Senioren, Menschen mit Demenz oder nach einem Schlaganfall. Je nach Ausstattung liegt der Preis bei etwa 6.000 bis 10.000 Euro. Wer sich ein solches Fahrrad nicht direkt leisten möchte oder kann, hat auch die Möglichkeit, es auszuleihen. In einigen Fällen unterstützen zudem Krankenkassen, Stiftungen oder soziale Einrichtungen die Finanzierung.
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